Wertschätzend führen – Mitarbeiterbindung verbessern – Einfache Tipps (10) – Selbstwertschätzung

Wertschätzend führen – Mitarbeiterbindung verbessern – Die Rolle der Selbstwertschätzung

Wertschätzende Führung beginnt bei der Selbstwertschätzung

Wertschätzende Führung ist eine Frage der Haltung, der persönlichen Grundeinstellung. Und zwar nicht nur zu den Kollegen, Mitarbeitern oder auch den eigenen Chefs sondern insbesondere auch zu sich selbst.

Wertschätzende Führung kommt von innen und beginnt bei einem selbst.

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Dazu ein Beispiel:

Herr Mehr ist ein absolutes Arbeitstier. Seine Mittagspause besteht aus einem Zehn-Minuten-Schnellimbiss. Er ist morgens im Büro der Erste und abends der Letzte. Sein Smartphone lässt er auch nachts an. Selbst am Wochenende gönnt er sich keine Auszeit. Arbeit ist sein Leben. Sport treibt er nicht. Er stellt an sich extrem hohe Anforderungen. Er sagt, er geht voll in der Arbeit auf. Gesundheitliche Störungen ignoriert er, denn es muss ja weitergehen. Er verdient viel. Er hat Erfolg. Mit weniger zufrieden zu sein, sieht er als Schwäche an. Er denkt, er ist der Größte. Er definiert seinen Erfolg über die Anerkennung durch andere und über die Statussymbole, die er sich finanziell leisten kann.

Sein Selbstwert ist hoch, denken Sie? Einerseits ja, denn er erhält laufend positives Feedback von anderen. Er fühlt sich von anderen positiv bestätigt. All dies sind Guthaben auf seinem Selbstwert-Konto.

Aber eigentlich ist sein Selbstwert relativ niedrig. Denn: Wie achtsam ist er gegenüber sich selbst? Wie viel Verantwortung übernimmt er für sich außerhalb des beruflichen Erfolgs? Aus welchen Quellen speist er seinen Selbstwert? Hat er neben der Anerkennung durch andere noch weitere, innere Selbstwertquellen? Hier sieht es relativ dünn aus.

Und es kommt ein weiterer Aspekt hinzu:

Seine Einstellung bestimmt auch die Bewertungsmaßstäbe, die er an die Leistung anderer anlegen wird. Ein häufiges Hindernis für wertschätzende Führung.

  • Übertragen Sie öfters den eigenen Achtsamkeitsgrad (unbesehen) auch auf Ihre Kollegen oder Mitarbeiter?
  • Wenn Sie gegenüber sich selbst eher weniger achtsam sind, erwarten Sie dies auch von anderen?
  • Einige typische Einstellungen wären: „Der/die soll sich doch nicht anstellen“, „Ich habe das auch“, „Ich mache das auch nicht anders“, „Bei mir ist …“, „Wenn ich das mache, dann kann der/die das doch auch“.

 

Selbstwertschätzung – Was passiert, wenn die Anerkennung von anderen einmal ausbleibt?

  • Was passiert, wenn die gewohnte positive Reaktion der anderen auf seine Arbeitsergebnisse wegfällt?
  • Was würde passieren, wenn es jemand einmal wagen würde, ihn zu kritisieren oder anzuzweifeln?
  • Was würde passieren, wenn es auf einmal jemand zweiten gäbe, der sich genauso verhält wie er und vielleicht noch ein bisschen erfolgreicher wäre?

Sein Kartenhaus droht dann zusammenzufallen. Daher würde er vermutlich versuchen, sich selbst zu erhöhen bzw. dagegenzuhalten. Vielleicht würde er noch mehr arbeiten, vielleicht würde er sich aber auch mehr isolieren, frecher und unverschämter werden. Oder arrogant und schnippisch. Beides Zeichen von Unsicherheit. Vielleicht würde er versuchen, die anderen schlecht zu machen, diese zu erniedrigen oder seine im Vergleich zu den anderen besonderen Leistungen herausstellen.

In jedem Fall würde aber das Guthaben auf seinem Selbstwertkonto nicht mehr wachsen, denn er zog seinen Selbstwert ja fast ausschließlich aus der Bestätigung durch andere.

Bei wertschätzender Führung geht es daher auch um das Managen von Erwartungen.

Mehrere Quellen für Ihr Selbstwertguthaben

Selbstwert-Guthaben, die nur aus einer Quelle kommen, sind daher riskant, denn sie machen Sie anfällig. Was passiert, wenn diese Quelle versiegt oder nicht wie gewohnt sprudelt? Suchen Sie sich daher mehrere  Selbstwert-Quellen und betreiben Sie Selbstwert-Risikomanagement. Nur ein aufgefächertes Portfolio an Selbstwert-Quellen verschafft Ihnen den nötigen Rückhalt, um mögliche Risiken oder Ausfälle einer Quelle durch andere Quellen zu substituieren.

Was können weitere Quellen sein?

Jede Investition in sich selbst bietet eine von der Anerkennung anderer unabhängige Quelle zur Selbstwertsteigerung. Geben Sie sich genau die Wertschätzung, die Sie verdienen.

 

Einfache Tipps und Fragen zur Selbstwertschätzung

Wenn Sie Selbstwertmanagement als Risikomanagement betrachten, dann starten Sie mit einer Risikoanalyse, einer Risiko- und Chancenidentifikation und einer anschließenden „Bewertung“:

  • Welche Selbstwert-Quellen haben Sie? Woraus ziehen Sie für sich gute Gefühle? Denken Sie auch an Bereiche außerhalb der Arbeit wie Familie, Freunde, Hobbys, Sport.
  • Was müssten Sie tun, um Ihre Selbstwertquellen häufiger anzuzapfen? Was müssten andere tun?
  • Welche Umstände, welches Verhalten, welche Personen etc. sind Risikofaktoren für Ihren Selbstwert? Was wirkt auf Sie selbstwertreduzierend? Worin liegt genau das Risiko?
  • Wie hoch schätzen Sie das Risiko ein, dass Ihr Selbstwert hierdurch vermindert wird? Je höher Sie das Risiko einschätzen, umso wichtiger wird es, über mögliche Maßnahmen zur Risikoreduktion oder gar zu Risikovermeidung nachzudenken.
  • Wo liegen Chancen für die Steigerung Ihres Selbstwertes? Was wirkt auf Sie selbstwerterhöhend? Wie können Sie diese Chancen nutzen bzw. aktivieren? Was müssen Sie dafür tun? Welche Hilfe brauchen Sie von anderen?

Auch Sie selbst sind Risikofaktor für Ihren Selbstwert, denn auch abwertende Gedanken gegenüber sich selbst, wie z. B. „Das kann ich nicht …“, „Das schaffe ich nicht …“, wirken selbstwertmindernd. In die gleiche Richtung geht die Frage, wie Sie im Misserfolg mit sich selbst umgehen. Wie tief ziehen Sie sich selbst in solchen Fällen herunter?

Eigene Selbstwertschätzung als Ressource für wertschätzende Führung

Die eigene Selbstwertschätzung ist somit eine Ressource, die auch den wertschätzenden Umgang mit anderen fördert bzw. erleichtert. Wenn Sie Ihr eigenes Selbstwertgefühl einschätzen können und wissen, was Sie verletzt, dann sind Sie besser in der Lage, auch die Wirkungen Ihres Handelns auf den Selbstwert eines anderen einzuschätzen. Wenn Sie stark sind, wenn Sie ein hohes Selbstwertgefühl haben, wenn sie gegenüber sich selbst achtsam sind, dann sind Sie viel eher bereit, sich auf den anderen einzulassen, und zwar nicht um jeden Preis.

Wie Sie mit wertschätzender Führung die betriebliche Zusammenarbeit verbessern und die Mitarbeitermotivation erhalten können, erfahren Sie in meinen Büchern „Mehr Wertschätzung und Anerkennung im Job“ bzw. „Wertschätzende Führung -Das kleine Führungskräfte-ABC„.

 

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