Selbstmarketing als Führungskraft – was starke Persönlichkeiten auszeichnet (Teil 1)

Wie stark ist Ihre Marke als Führungskraft?

Starke Persönlichkeiten sind starke Marken, hat einmal jemand gesagt. Wie stark ist also Ihre Marke als Führungskraft? Und was ist eigentlich eine Marke?

In einer wirkungsbezogenen Sicht entsteht eine Marke in den Köpfen der Konsumenten und stellt „eine im Bewusstsein des Kunden verankerte Vorstellung dar, die das Angebot eines Unternehmens von Wettbewerbsangeboten differenziert“ (Homburg/Krohmer, Marketingmanagement (2009), S. 601). Nach Meffert (Marketing, Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung 2000, S. 847) ist eine Marke „ein in der Psyche des Konsumenten verankertes, unverwechselbares Vorstellungsbild von einem Produkt oder einer Dienstleistung“.

Als Führungskraft schaffen Sie eine personenbezogene Marke – z. B. in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter. Und diese Marke hängt eng mit Ihrer Persönlichkeit zusammen. Sie als Führungskraft gibt es quasi gar nicht ohne eine gewisse „Markenassoziation“.

In Anlehnung an die Definition oben wäre Ihre Marke als Führungskraft dann ein in der Psyche Ihrer Konsumenten (also z. B. Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter) verankertes, unverwechselbares Vorstellungsbild über Sie (als Mensch) und Ihre (Arbeits- bzw. Führungs-)Leistungen.

Damit ist die Eingangsfrage deutlich beantwortet – jede Führungskraft hat eine Marke, auch Sie. Und es hängt u.a. von Ihrer Marke ab,

  • ob bzw. inwieweit Sie Ihre Ziele erreichen, z.B. auf der Karriereleiter weiter nach oben zu klettern,
  • und/oder inwieweit es Ihnen gelingt, eine hohe Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterzufriedenheit aufzubauen.

Werden Sie so gesehen wie Sie gerne gesehen werden wollen?

Das oben angesprochene Vorstellungsbild ist Ihr Markenimage, das Fremdbild Ihrer Marke. Viele Führungskräfte kennen das echte Fremdbild allerdings gar nicht wirklich. Weil sie sich eine Art künstliches Fremdbild basteln: „Ich glaube, die anderen sehen mich so … Ich bin davon überzeugt, dass ich als … wahrgenommen werde.“ Und dies „bestätigen“ sie über die Interpretation von Anzeichen oder Reaktionen, die sie bei anderen wahrnehmen.

Um das Markenimage aber tatsächlich zu erhellen, benötigen auch Sie als Führungskraft eines. Und das ist Feedback. Feedback ist ein elementarer Bestandteil für Ihre Weiterentwicklung. Und zwar insbesondere auch von Ihren Mitarbeitern. Nur durch Feedback können Sie Ihre Marktwirkung testen. Jemand, der Ihnen Feedback gibt, hat Interesse an Ihnen, denn er gibt Ihnen die Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Auch konstruktive Kritik ist daher positiv und kein Angriff auf Ihre Persönlichkeit.

Diesem Markenimage steht Ihr Selbstbild gegenüber, Ihre Markenidentität. Mit dieser Identität versuchen Sie sich zu positionieren. Ihre Markenidentität zeigt sich in Gedanken bzw. Ausdrücken wie: „Ich bin ein … Ich bin besonders gut/schlecht in …“

In sehr vielen Fällen passen allerdings Markenidentität und Markenimage nicht überein. Selbst- und Fremdbild fallen auseinander.

Was passiert, wenn Ihre Markenidentität und Ihr Markenimage nicht übereinstimmen?

Sie werden nichts oder mit weniger Erfolg „verkaufen“, denn Sie versuchen, eine Identität zu vermarkten, die gar nicht zum Image, also zu dem Bild passt, welches Ihre „Kunden“ von Ihnen haben. Beispiele:

  • Die Führungskraft, die als „harter Hund“ durchgreifen möchte, am Ende aber von den Mitarbeitern gar nicht ernst genommen wird.
  • Die Führungskraft, die guten Glaubens ist, als guter Chef wertschätzend zu führen. Allerdings sehen die Mitarbeiter dies ganz anders und empfinden das Verhalten als demotivierend und die Führung als beengend statt entfaltend.
  • Die Führungskraft, die überzeugt ist, als klar, strukturiert und innovativ zu gelten, von anderen aber eher als unstrukturiert und besserwisserisch eingeschätzt wird.
  • Die Führungskraft, die immer „beide Seiten der Medaille sieht“ und daher immer auch Risiken und kritische Punkte hervorhebt, weil sie ein realistisches Bild zeichnen möchte. Aber von den anderen als Erbsenzähler, Bedenkenträger und Erfolgsverhinderer wahrgenommen wird.

Je mehr also das Markenimage, Ihre Markenwahrnehmung durch andere, mit Ihrer Markenidentität übereinstimmt, umso erfolgreicher wird Ihre Selbstvermarktung und auch Ihr Handeln sein.

Was ist Ihnen als Führungskraft also zu empfehlen?

  • Analysieren Sie zunächst einmal, wer Sie sind, wofür Sie stehen und an was Sie glauben (Ist-Identität).
  • Dann überlegen Sie, ob dies die Identität ist, die Sie haben möchten. Welche Soll-Identität möchten Sie erreichen?
  • Aus dem Abgleich zwischen Soll und Ist ergeben sich möglicherweise Lücken und daraus abgeleitete erste Handlungsansätze.

Bei der Analyse können Ihnen die nachfolgenden Bestimmungsfaktoren starker Persönlichkeiten hilfreich sein.

Was macht starke Persönlichkeiten aus?

Nach Burmann/Meffert (Markenmanagement, 2005, S. 45) sind starke Persönlichkeiten durch vier wesentliche Merkmale gekennzeichnet:

  • Wechselseitigkeit
  • Beständigkeit/Konstanz
  • Konsistenz/Widerspruchsfreiheit
  • Einzigartigkeit/Individualität

Und genau diese Merkmale werden wir in den nachfolgenden Blog-Artikeln näher beleuchten.

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