Selbstmarketing als Führungskraft – was starke Persönlichkeiten auszeichnet (3)

Im Teil 2 haben wir uns mit Ihrer Vertrauenskompetenz im Rahmen Ihres Selbstmarketings für eine starke Persönlichkeit beschäftigt. Nun kommen wir zu weiteren Faktoren: Ihrer Beständigkeitskompetenz sowie den Faktoren Konsistenz und Individualität.

Ihre Beständigkeitskompetenz

Beständigkeit bzw. Konstanz stärkt Ihren Wiedererkennungswert. Dies kann sich einerseits auf Äußerlichkeiten beziehen, wie etwa die Kleidung (Fliegenträger) oder Frisur (Pferdeschwanz, Glatze).

Insbesondere aber bezieht sich die Beständigkeit und Konstanz auf das Verhalten.

Jemand, der sich heute so und morgen so verhält, ist für mich nicht berechenbar. Und wenn jemand für mich nicht berechenbar ist, dann ist die Gefahr groß, dass er sich nicht meinen Erwartungen entsprechend verhält. Damit steigt für mich die Unsicherheit. Eine Unsicherheit, dass ich nicht das bekomme, was ich brauche oder haben möchte. Dies gilt genauso für Ihre Mitarbeiter.

Nehmen Sie ein Beispiel aus Ihrer Führungserfahrung, z.B. wenn Sie überlegen, eine Aufgabe an einen Mitarbeiter zu vergeben.

Auf wen würden Sie z. B. bei der Verteilung einer Aufgabe lieber zurückgreifen: auf jemanden, bei dem Sie zu 100 % sicher sind, was Sie bekommen, oder jemanden, wo eine gewisse Unsicherheit besteht? Und hier ist mit Unsicherheit eben nicht die Unsicherheit über die fachliche Qualität gemeint, denn die (gleiche) fachliche Qualität war ja die Grundvoraussetzung.

Wenn Sie den aus Ihrer Sicht „unsicheren“ Kandidaten mit der Aufgabe betrauen, dann müssen Sie ihm einen nicht unerheblichen Vertrauensvorschuss entgegenbringen. Es kostet Sie zudem Energie, mit Ihrer Unsicherheit umzugehen. Sind Sie dafür bereit?

Für Sie als Führungskraft bedeutet das: Je berechenbarer Sie für Ihre Kunden sind, umso größer ist typischerweise Ihre Chance, dass Ihre Kunden bei Ihnen „kaufen“, dass Ihre Kunden Vertrauen zu Ihnen aufbauen. Und wie gesagt, Ihre Mitarbeiter sind (auch) Ihre Kunden.

Fragen zur Selbstreflexion – Ihre Berechenbarkeitskompetenz

  • Nehmen Sie sich noch einmal die oben genannten vertrauensbildenden und vertrauenszerstörenden Faktoren aus dem Teil 2 dieses Beitrags zur Hand und schätzen Sie ein, wie berechenbar Sie für andere im Hinblick auf diese Faktoren sind. Sie können auch hier wieder eine Skala von 1 bis 10 verwenden.
  • Versetzen Sie sich an die Stelle Ihres Mitarbeiters: Für wie berechenbar hält er Sie vermutlich? Welche positiven Beispiele werden ihm einfallen? Und welche negativen?
  • Jetzt stellen Sie sich einen Kollegen, Vorgesetzten o. Ä. vor, den Sie als wenig bis kaum berechenbar einschätzen. Woraus leiten Sie Ihre Einschätzung ab? Was macht oder unterlässt dieser Mensch? Was stört Sie daran, was finden Sie gut?
  • Vergleichen Sie diese Person mit jemandem, den Sie als sehr berechenbar einschätzen. Wo sehen Sie Unterschiede?
  • Was können Sie aus der Analyse für sich selbst mitnehmen? Wo könnten Sie Ihr Verhalten anpassen?

Kommen wir nun zum dritten Faktor, der starke Persönlichkeiten kennzeichnet. Dies  ist Ihre Konsistenz.

Ihre Konsistenz/Widerspruchsfreiheit

Widersprüche oder Inkonsistenzen im Hinblick auf Ihr Verhalten oder Ihre Persönlichkeit führen zu Unverständnis bei Ihren Mitarbeitern.

Beispielweise, wenn bekannt ist, dass Sie den Anspruch haben, ein Team zu leiten, aber alle Mitarbeiter und Kollegen, mit denen Sie bisher gearbeitet haben, Ihren autoritären Führungsstil und Ihre cholerische Art bemängeln.

Oder wenn Sie Ihre Teamfähigkeit immer wieder hervorheben, aber dann, wenn es wirklich darauf ankommt, dass alle an einem Strang ziehen, Ihren Kopf gegen die Teammeinung durchsetzen wollen oder sich fein aus der Aufgabenverteilung heraushalten.

Ebenso gehört dazu, dass die Wahrnehmung bzw. der Eindruck, den andere von Ihnen haben, immer wieder durch Ihr Verhalten und Ihre Körpersprache unterstützt wird. Gleiches gilt für das Bestätigen der Erwartungen. Und zwar bei jeder Begegnung. Inkonsistenzen wirken irritierend auf andere.

Fragen zur Selbstreflexion – Ihre Konsistenz/Widerspruchfreiheit

  • Für wie konsistent/widerspruchsfrei halten Sie sich selbst? Sie können auch hier wieder eine Skala von 1 bis 10 verwenden. Und nun fragen Sie eine (besser mehrere) Personen Ihres Vertrauens nach deren Einschätzung. Was fällt dabei auf?
  • Versetzen Sie sich wieder an die Stelle Ihres Mitarbeiters: Für wie konsistent hält er Sie vermutlich? Welche positiven Beispiele werden ihm einfallen? Und welche negativen?
  • Jetzt stellen Sie sich einen Kollegen, Vorgesetzten o. Ä. vor, den Sie als wenig bis kaum konsistent/widerspruchsfrei einschätzen. Klassisches Beispiel wäre jemand, über den Sie denken: „Er will immer X sein. Dabei ist er Y.“ Woraus leiten Sie konkret Ihre Einschätzung ab? Was macht oder unterlässt dieser Mensch? Was stört Sie daran, was finden Sie gut?
  • Vergleichen Sie diese Person mit jemandem, der Sie positiv beeindruckt. Was macht diese Person? Was unterlässt sie? Wo sehen Sie Unterschiede?
  • Was können Sie aus der Analyse für sich selbst mitnehmen? Wo könnten Sie Ihr Verhalten anpassen?

Beim 4. Faktor der starken Persönlichkeiten, der Einzigartigkeit bzw. Individualität geht es um Ihre Alleinstellungsmerkmale, als Mensch und als Führungskraft. Dies führen wir an dieser Stelle nicht weiter aus.

Kurzes Fazit zur Ihrem Selbstmarketing als Führungskraft

In dieser kleinen Artikel-Serie zum Thema Selbstmarketing als Führungskraft haben wir besprochen, dass die Persönlichkeit (logischerweise) ein wichtiger Bestandteil Ihres Selbstmarketings ist. Eine Facette dabei sind die Kennzeichen starker Persönlichkeiten. Selbstmarketing im positivsten Sinne ist auch für Sie als Führungskraft enorm wichtig. Es ist ein Prozess, keine Einmalaktion. Und erfordert regelmässige Selbstreflexion und Feedback von anderen, beispielsweise über jeden einzelnen der genannten Faktoren.

Überprüfen Sie ebenso regelmässig, ob Ihre Markenidentität und Ihr Markenimage (siehe Teil 1)  übereinstimmen.

Wenn es Sie weiter interessiert, wie Sie Ihr „Selbstmarketing als Angestellter“ verbessern können, ohne sich zu verbiegen, möchte ich Ihnen mein Buch „Selbstmarketing für Angestellte – Im Job sichtbarer werden. Mit Wertschätzung mehr erreichen. Chancen erfolgreich nutzen. Emotional punkten.“  ans Herz legen. Hier werden neben noch mehr Informationen und Tipps zur Komponente „Persönlichkeit“ für Ihr Selbstmarketing auch die Aspekte „unternehmerisches Denken und Handeln sowie Chancen finden und nutzen“ und „der positive emotionale Gesamteindruck“ ausführlich praxisorientiert behandelt.

Und wie Sie als Führungskraft die Beziehungsqualität zu den Mitarbeitern verbessern und die Motivation erhalten bzw. Demotivation verhindern können, erfahren Sie in meinen Büchern „Mehr Wertschätzung und Anerkennung im Job“ sowie „Wertschätzende Führung – das kleine ABC für Führungskräfte

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