Raus aus Ihrer Komfortzone – 7 einfache Tipps, um dem inneren Schweinehund ein Schnippchen zu schlagen

Ihre Komfortzone ist klasse?

Hier ist es gemütlich, Sie haben es bequem, alles läuft irgendwie rund, routiniert und Sie brauchen sich kaum anzustrengen. Denn Sie können Ihr aktuelles Wissen, Ihre aktuellen Fähigkeiten, Ihre aktuellen Kontakte nutzen. Und bei Ihren Gewohnheiten bleiben. Es gibt keine unliebsamen Überraschungen.

Ihre Komfortzone ist Ihre Wohlfühlzone. Hier fühlen Sie sich sicher und geborgen. Es ist ungefährlich. Alles ist irgendwie bekannt. Hier kennen Sie sich aus. Hier können Sie – zumindest gefühlt – Einfluss nehmen.

Also gibt es eigentlich gar keinen Grund, etwas zu ändern. Und genau das weiß auch einer Ihrer größten Feinde, Ihr innerer Schweinehund.

Der innere Schweinehund ist eine linke Ratte

Im Grunde ist Ihr innerer Schweinehund eine linke Ratte.

  • Er sorgt dafür, dass Sie es genau so, wie es jetzt ist, gut bis hervorragend finden.
  • Er suggeriert Ihnen Angst, wenn Sie eine Entscheidung zur Veränderung treffen sollen.
  • Er sorgt dafür, dass Zweifel entstehen, dass Sie unsicher werden, Versagensängste haben.
  • Er zeigt Ihnen in blühenden Farben auf, was alles schief gehen könnte und wie andere dann möglicherweise über Sie denken.
  • Auch das ungute und mulmige Gefühl in der Magengegend geht meist auf seine Kappe.

Ihr Schweinhund  ist ein begnadeter und ausgesprochen kreativer Künstler im Erfinden von Ausreden, um Dinge ja weiter aufschieben zu können.

Und oftmals erreicht er genau sein Ziel: Sie bleiben im „safe-haven“, innerhalb Ihrer Komfortzone.

Dass Sie auf diese Weise gerade nicht wachsen, nicht Ihr Wissen erweitern, neue Kontakte knüpfen, nichts Neues lernen, nichts ausprobieren, sich nicht verbessern, den Horizont nicht erweitern, das alles ist im piepegal. Im Gegenteil, er läutet fleißig weiter die Alarmglocken. Denn Neues kostet Sie Energie.

Also geht es darum, den eigenen inneren Schweinehund auszutricksen, ihn zu überlisten. Die Komfortzone zu verlassen. Raus aus der Bequemlichkeit. Die Grenzen der Komfortzone überwinden. Zum Beispiel mit nachfolgenden Tipps.

Tipps, um den Schweinhund zu überlisten

  1. Das Erreichbare inhaltlich und bildlich vorstellen

Wenn der Schweinehund aktiv wird, dann will er Sie häufig davon abhalten, etwas Bestimmtes zu erreichen. Deswegen ist es meist hilfreich, sich auszumalen,

  • was Ihnen Großartiges entgehen würde, wenn Sie den Schritt nicht wagen
  • welche Vorteile Sie hätten, was Positives entstehen würde oder was sonst noch möglichwäre und wie Sie sich dann fühlen (= schaffen Sie Begehrlichkeiten)
  • was passieren würde, wenn Sie so weiter machen, wie bisher

Setzen Sie dem Schweinehund etwas Emotionales entgegen. Stellen Sie sich den best-case vor, so bildlich und konkret wie möglich.

 

  1. Mit der Angst umgehen

Für viele Menschen ist es sehr hilfreich, Ihre Angst zu managen. Dies funktioniert zum Beispiel, indem sie sich den GAU-Fall vorstellen. Also das, was schlimmstenfalls passieren könnte.

Und sich dann zu fragen, ob es – realistisch betrachtet – wirklich so schlimm ist, wie der innere Schweinehund einem gerade suggeriert.

 

  1. Nutzen Sie die Macht der Schriftlichkeit und der Deadline

Schriftlichkeit verstärkt. Schreiben Sie konkret auf, was Sie noch erreichen möchten (= ihre Ziele bzw. Visionen oder im Kleinen die anstehende Aufgabe).  Und zwar in einer Form, die Ihnen suggeriert, dass Sie es schon erreicht haben.

Halten Sie fest, was es Ihnen Positives bringt. Beantworten Sie für sich die Frage nach dem „Warum“, also „warum will ich dieses Ziel wirklich erreichen“.

Weiter verstärken lässt sich dies, indem Sie nicht nur das Endziel mit Termin festhalten, sondern aktiv den Weg dorthin ebenfalls formulieren.

Beispiel: Unaufgeräumter Schreibtisch

Ziel: Morgen früh sitze ich vor meinem aufgeräumten Schreibtisch (und welchen Nutzen habe ich davon!)

Weg: Ich starte heute um xx Uhr mit der xy Ablage und erledige sie bis yy Uhr

Je nachdem, wie langfristig die Dinge sind, können Sie auch eine Liste anfertigen und diese an eine Stelle hängen, wo Sie sie mehrmals täglich sehen. Vielleicht auch als Bildschirmschoner nutzen o.Ä.

Sie schaffen über die Deadline auch eine Art von (vorweggenommener) Priorisierung, die Ihnen suggeriert, dass diese Aufgabe wichtig ist.

  1. Schaffen Sie soziale Verbindlichkeit

Eine weitere Möglichkeit ist, für die anstehende Aufgabe eine Form von sozialer Verbindlichkeit zu schaffen. Typische Formen sind:

  • Das Versprechen an einen guten Freund, an den Arbeitskollegen o.Ä. Und Versprechen möchten Sie doch einhalten. Die Nichteinhaltung muss Ihnen wehtun.
  • Das externe schlechte Gewissen: Wieder suchen Sie sich jemanden, der Sie immer wieder an die Aufgabe erinnert und der es aushält, wenn Sie dabei unwirsch werden.
  • Verbündete suchen: Suchen Sie einen oder mehrere Verbündete. Klassisches Beispiel ist die Bildung von Laufgemeinschaften beim Laufen . Wenn der Partner schon fix und fertig in der Tür steht und Sie abholen will, dann wird es Ihnen noch schwerer fallen, Nein zu sagen.

 

  1. Nutzen Sie Belohnungen für sich

Setzen Sie für sich selbst eine Belohnung aus, wenn Sie die Sache erledigt haben. Auch hier sollte es aber eine Belohnung sein, die Ihnen wichtig ist bzw. bei der es Sie schmerzt, wenn Sie sich nicht bekommen. Wenn es eine Belohnung ist, die Ihnen im Grunde egal ist, dann können Sie es auch lassen.

Anstelle von Belohnungen können Sie auch natürlich auch kleine Sanktionen verwenden. Also, z.B. wenn Sie die Sache nicht erledigen, dann dürfen Sie nicht ….

 

  1. Minimieren Sie die Versuchungen und Ablenkung

Jede mögliche Ablenkung, jede Versuchung ist eine Einladung. Eine Einladung für den inneren Schweinehund vielleicht doch noch die Überhand zu gewinnen.

Daher versuchen Sie, diese soweit wie möglich zu reduzieren. Das kann z. B. auch bedeuten, das Anzeigen eingehender E-Mails zu unterdrücken.

Und wofür das Ganze?

Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Komfortzone immer wieder zu verlassen und ihre Grenze zu überschreiten, dann wird sich Ihre Komfortzone sukzessive erweitern.

  • Sie werden Ihre Grenzen verschieben.
  • Dinge werden Ihnen leichter fallen,
  • Ihr Wissen wird wachsen,
  • der Handlungsspielraum sich erweitern und neue Routinen entstehen.
  • Sie werden Spaß an neuen Dingen bekommen, anders denken und daher auch anders handeln.
  • Sie werden mehr Selbstvertrauen gewinnen,
  • neue Energie schöpfen,
  • sich selbst in Erstaunen darüber versetzen, was Sie alles können etc.

Und damit wächst Ihre Basis für den nächsten Wachstumsschritt mit weiteren Erfolgen bzw. Lernerfahrungen. Es liegt an Ihnen selbst und Ihrem Willen, die Komfortzone zu verlassen.

  1. Mit kleinen Schritten beginnen

Starten Sie mit kleinen Schritten. Stellen Sie sich selbst zunächst kleine Aufgaben. Verlieren Sie Ihre Scheu vor Unbekannten. Stellen Sie sich Ihren Ängsten.

Ändern Sie dafür z.B. einfache Gewohnheiten oder Rituale (z.B. beim Aufstehen, beim Nach-Hause-Kommen). Ändern Sie Arbeitsroutinen, verbringen Sie Ihre Mittagspause an anderen Orten. Übernehmen Sie eine neue Aufgabe, machen Sie Ihrem Chef ein Angebot (Initiative ergreifen!). Machen Sie etwas, was Sie noch nie gemacht haben (und wo Sie bisher dachten, dass Sie es auch nie machen würden).

Es gibt so viele weitere Möglichkeiten. Durch die positiven Erfahrungen bei den kleinen Schritten, werden Sie mutiger für weitere, ggf. größere Schritte.

Und dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

Denn nur wenn Sie Ihre Komfortzone verlassen, können Sie der Beste sein (oder werden), der Sie sein könnten.

———

Ihren inneren Schweinhund zu überwinden oder mit Aufschieberitis umzugehen ist ein Teilelement der Selbstführung bzw. des eigenen Zeitmanagements und Selbstmanagements. Wenn Sie sich damit näher auseinandersetzen möchten, dann kommen Sie über die Links zu meinen entsprechenden Inhouse-Seminaren.

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