Selbstmarketing für Angestellte – nur etwas für Profilierungsneurotiker?

Ist  Selbstmarketing nur etwas für Profilneurotiker oder für Narzissten, die ihre Leistungen angeberisch zur Schau tragen?

Definitiv: Nein. Auch wenn der Begriff im Unternehmensumfeld und bei Angestellten oft negativ besetzt ist. Aber das, was viele mit dem Begriff verbinden, ist hier gar nicht gemeint.

Selbstmarketing heißt vor allem, Unternehmer in eigener Sache zu sein und zwar gerade und vor allem auch als Angestellter, Arbeitnehmer, Mitarbeiter oder Führungskraft.

Wer ein solcher Unternehmer in eigener Sache ist, sieht seine Vorgesetzten (und Kollegen) als Kunden und richtet seinen Fokus darauf, auch deren Bedürfnisse und Erwartungen zufriedenzustellen. Der Angestellte als Unternehmer in eigener Sache ist aufmerksam in Bezug auf das Erkennen und Ergreifen von Chancen. Wer weiter kommen will, darf nicht nur auf die ultimative Gelegenheit warten und es  sich in der eigenen Komfortzone bequem machen.

Selbstmarketing für Angestellte – sehr häufig unterschätzt

Die Rahmenbedingungen innerhalb der Unternehmen verändern sich. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit, z. B. bei Projekten, nimmt zu. Mehrfachverantwortlichkeiten und Mehrfachzuständigkeiten werden zur Regel statt zur Ausnahme. Mit diesem Wandel der innerbetrieblichen Zusammenarbeit werden die größere Sichtbarkeit und Bekanntheit sowie das Image des einzelnen Mitarbeiters für das eigene Fortkommen immer wichtiger. Aktives Selbstmarketing kann hier positive Impulse setzen. Allerdings wird seine Bedeutung auch für Angestellte im Unternehmen häufig unterschätzt.

Warum ist auch für Angestellte im Unternehmen Selbstmarketing sinnvoll?

Auch Angestellte im Unternehmen haben Kunden. Interne Kunden, wie z. B. den eigenen Vorgesetzten sowie andere Personen, die für die berufliche Entwicklung relevant sind und die daher ähnlich wie externe Kunden „gepflegt“ werden müssen. Viele Angestellte gehen allerdings nach wie vor davon aus, dass diese Personen von sich aus vollständig sehen und wissen, was man leistet und somit das Erbringen guter oder sogar sehr guter fachlicher Leistungen für das Erreichen der eigenen beruflichen Ziele und für die Kundenpflege völlig ausreichend ist. Doch dies ist leider in den meisten Fällen ein Trugschluss. Berufliche Anerkennung ist heute zu großen Teilen eine Holschuld des Mitarbeiters.

Nur wer sichtbar ist, wird wahrgenommen. Das „Gesamtpaket“ rückt zunehmend in den Fokus. Damit gewinnt konstruktives Selbstmarketing an Bedeutung.

Ein solches konstruktives Selbstmarketing ist auch eine aktive Strategie, um selbst mehr Anerkennung und Wertschätzung im Job zu bekommen. Es ist ein gangbarer und erfolgversprechender Weg aus dem Anerkennungsdefizit und dem Mangel an Wertschätzung, welches heute viele Mitarbeiter am Arbeitsplatz empfinden. Gerade introvertierte Menschen müssen dafür allerdings lernen, auch über den eigenen Schatten zu springen. Ein Sprung, der oft nicht einfach ist, der sich aber in jedem Fall lohnt. Insbesondere dann, wenn der einzelne beginnt, unternehmerisch zu denken und zu handeln und zudem vor allem bei seinem Verhalten und seiner Kommunikation bewusster auf den Erhalt oder den Aufbau eines positiven emotionalen Gesamteindrucks bedacht ist.

So gesehen ist auch ein Angestellter Unternehmer in eigener Sache und braucht Selbstmarketing.

Es geht u.a. darum, interne Chancen zu erkennen und zu ergreifen, die interne Kundenwahrnehmung der eigenen Leistung und Person zu verbessern und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, um sich somit auf dem internen Markt über die Fachlichkeit hinaus besser zu positionieren. Denn jeder Angestellte wirkt auf seine Kunden nicht nur durch sein Produkt (seine Arbeitsleistung) sondern vor allem auch durch sein Verhalten und Auftreten, seine Kommunikation sowie seine Nutzenorientierung für den Kunden. Und zwar immer und überall. Jeder Angestellte ist sein eigener Marketingchef.

Welche Komponenten sind für ein solches Selbstmarketing relevant?

Die Erfahrung zeigt, dass drei Komponenten maßgeblichen Einfluss auf das konstruktive Selbstmarketing im hier verstandenen Sinne haben.

  • Erstens das Wissen um die eigene Persönlichkeit. Ausgangspunkt bildet die Selbstanalyse mit der bewussten Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen, möglichen Alleinstellungsmerkmalen sowie den persönlichen Zielen.
  • Zweitens unternehmerisches Denken und Handeln. Hier bedarf es Kompetenzen im Bereich des Beziehungsmanagements, der Kundenorientierung sowie des Denkens in internen Kundenbeziehungen. Erfolgreiches Selbstmarketing ist auch die Orientierung am Wohl und Nutzen des Kunden.
  • Und drittens: der positive emotionale Gesamteindruck. Hierfür ist relevant zu wissen, wie man auf andere wirkt und welche Faktoren eine positive Wirkung und Wahrnehmung verstärken können und welche gerade nicht.

Warum ist auch ein positiver emotionaler Gesamteindruck so wichtig?

Kunden „kaufen“ bekanntermaßen (auch) Emotionen. Das positive Image, verbunden mit einer hohen eigenen Bekanntheit im Unternehmen, ist ein wichtiger Faktor für die persönliche Entwicklung. Hier hat ein Angestellter viel mehr selbst in der Hand als die meisten denken. Kommunikative Qualitäten einschließlich der Körpersprache sowie das Verhalten gegenüber anderen beeinflussen permanent das Bild, welches andere von uns formen. Wer nicht nur fachlich, sondern auch in dieser Hinsicht positiv „besetzt“ und authentisch ist, steigert erfahrungsgemäß seine Chancen. Dies gilt gleichermaßen für wertschätzendes Handeln. Wertschätzendes Führen ist beispielsweise eine
bedeutende Selbstmarketingkompetenz für Führungskräfte.

Was können Angestellte tun?

Ein wichtiger erster Schritt ist die Öffnung für das Thema. Gerade weil der Begriff Selbstmarketing oft negativ besetzt ist und mit unsympathischer Angeberei oder Profilierung auf Kosten anderer gleichgesetzt wird, mit der man nichts zu tun haben möchte. Aber im hier verstandenen Sinne des Selbstmarketings ist dies ja gerade nicht der Fall. Im Gegenteil. Je höher in der Hierarchie, umso wichtiger ist das eigene Selbstmarketing. Training und Coaching können für das Thema weiter sensibilisieren, Kompetenzen vermitteln und geeignete Entwicklungswege aufzeigen.

Was hat das Unternehmen von Mitarbeitern, die positives Selbstmarketing beherrschen?

Mitarbeiter, die konstruktives Selbstmarketing intern beherrschen und unternehmerisch denken, sind auch in der Lage, das Unternehmen extern adäquat zu vertreten. Jeder Mitarbeiter ist ein Botschafter des Unternehmens, nicht nur im beruflichen Kontext sondern auch privat. Je besser seine eigenen Selbstmarketingfähigkeiten im hier verstandenen Sinne sind, umso größer ist das Potential für eine positive Darstellung des Unternehmens nach außen und für eine höhere Kundenorientierung. Außerdem gehen solche Mitarbeiter reflektierter mit den eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen um. Dies erleichtert in gewissem Grad die Personalentwicklung. Kompetenzen der Mitarbeiter in diesem Bereich sind daher auch für das Unternehmen vorteilhaft.

Wo kann ich mehr erfahren? Wo erhalte ich Tipps, Checklisten, Fragen zum Selbstcoaching oder weitere Ideen zu meinem Selbstmarketing als Angestellter?

Hierfür möchte ich gerne zwei Möglichkeiten nahe legen.

Zum einen mein Buch „Selbstmarketing für Angestellte – Im Job sichtbarer werden. Mit Wertschätzung mehr erreichen. Chancen erfolgreich nutzen. Emotional punkten.Hiermit lernen Sie auf über 220 Seiten in internen Kundenbeziehungen zu denken, positive Impulse zu setzen und Chancen zu generieren und zu ergreifen. Sie erfahren, was Sie dafür brauchen  und wie Sie vorgehen, ohne sich zu verbiegen. Direkt ausgerichtet auf die besonderen Belange von Angestellten. Und mit Fokus auf genau die oben angesprochenen Schlüsselfaktoren Persönlichkeit, positiver emotionaler Gesamteindruck sowie unternehmerisches Denken und Handeln.

Zum anderen der gleichlautende Inhouse-Workshop: „Selbstmarketing für Angestellte„.

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